Wir freuen uns mit Ihnen über den neuen Roman von Julia Franck ›Rücken an Rücken‹ !
Nach dem internationalen Erfolg von ›Die Mittagsfrau‹ erzählt Julia Franck in ihrem großen neuen Roman eine ergreifende Familiengeschichte im Deutschland der 50er und 60er Jahre.
Ostberlin, Ende der 50er Jahre. Die Geschwister Ella und Thomas wachsen auf sich allein gestellt im Haus der Bildhauerin Käthe auf. Sie sind einander Liebe und Gedächtnis, Rücken an Rücken loten sie ihr Erwachsenwerden aus. Ihre Unschuld und das Leben selbst stehen dabei auf dem Spiel.
Käthe, eine kraftvolle und schroffe Frau, hat sich für das kommunistische Deutschland entschieden. Leidenschaftlich vertritt sie die Erfindung einer neuen Gesellschaft, doch ihr Einsatz fordert Tribut. Im Schatten scheinbarer Liberalität setzen Kälte und Gewalt Ella zu. Während sie mal in Krankheit flieht und mal trotzig aufbegehrt, versucht Thomas sich zu fügen, doch nur schwer erträgt er die Erniedrigungen und flüchtet in die unglückliche Liebe zu Marie.
Julia Franck zeichnet das Bild einer Epoche, die die Frage nach Aufrichtigkeit neu stellt. Sie erzählt von großer Liebe ohne Rückhalt und einer Utopie mit tragischem Ausgang – eine Familiengeschichte, die zum Gesellschaftsroman wird.
»Rücken an Rücken« in der Presse
»Eine virtuose Herstellerin poetisch aufgeladener
Atmosphären. (…) radikaler ist die DDR bisher nicht als Totgeburt
geschildert worden als in diesem eindrucksvollen magischen
erzählerischen Gespinst der Julia Franck.« Tilman Krause, Literarische
Welt
»absolut berührend.« Brigitte
»Unzweifelhaft ist aber auch, dass ›Rücken an Rücken‹ einen starken atmosphärischen Sog entwickelt, dem man als Leser schwer widerstehen kann.«
Christopher Schmidt, Süddeutsche Zeitung
»... Roman, der mit seiner hypnotisierenden Sprache einen eigenen Geltungsraum geschaffen hat, in den er den Leser hineinzieht, lähmt, fesselt und verschlingt. Erschüttert taucht man daraus hervor.«
Martin Ebel, Tages Anzeiger
»Man liest es, fasziniert und angewidert von dem Bösen, das den Kindern widerfährt. Weil Franck hier etwas überhöht beschreibt, das jeder kennt: Schaudern. Verlassen fühlen. Böses-Kind-Sein. Wer sich selbst nicht vergessen hat, wer noch weiß, welches Kind man war – den nimmt Julia Franck mit hinab in verschüttete Seelenschächte. Sie tut das ohne Scheu in sehr bildhafter Sprache, in Wettern und Lichtern, erinnerbaren Gefühlen in einem Gewirr aus Verzweiflung und ersten Erfahrungen und Empfindungen jener Art, die man immer bei sich tragen wird.«
Anja Maier, taz
»Die Beiläufigkeit, mit der Franck es schafft, eine Atmosphäre permanenten Misstrauens zu evozieren, zu zeigen, was es heißt, wenn die wahrgenommene Realität nicht der Realität der anderen, der Herrschenden entspricht, ist umwerfend. Selten las man so gerne auf schwankendem Untergrund.«
Anne Haeming, Spiegel online
»Die Mittagsfrau« in der Presse
Claudia Voigt, Spiegel online
Dieser Roman hat im Prinzip alles, was es braucht. Talent und Handwerk und etwas zu sagen. Er ist heiß und kalt, grausam und idyllisch, sinnlich und sachlich.
Katharina Döbler, Die Zeit
Es ist ein tolles, ein wunderbar berührendes, ein frösteln
machendes Buch.
Elmar Krekeler, Die Welt
»Die Mittagsfrau« (bisher Lizenzverkäufe in 35 Länder!) in
der internationalen Presse
Julia Francks fesselnder, bildmächtiger Roman »Die
Mittagsfrau« erinnert an die Plastizität von Christopher Isherwoods »Leb wohl,
Berlin« und die Erzählkraft von Thomas Manns »Die Buddenbrooks«. Ein
Bravourstück.
New York Times
Die Protagonistin von Julia Francks gefeiertem Roman »Die
Mittagsfrau« ist eine der bewegendsten Figuren der europäischen Literatur über
die Schrecken des zwanzigsten Jahrhunderts.
American Vogue
Man versteht sofort, warum »Die Mittagsfrau« den deutschen
Buchpreis gewonnen hat: Julia Franck ist einer der eindringlichsten Romane
gelungen, den ich je über das Deutschland des zwanzigsten Jahrhunderts gelesen
habe. Unvergleichlich ist die Fähigkeit der Autorin, ein
generationenübergreifendes Trauma auf völlig neue Art und Weise darzustellen –
als hätte die 39-jährige beide Weltkriege erlebt und wäre als Zeugin
zurückgekehrt. »Die Mittagsfrau« ist ein Meisterwerk.
The Independent
Ein großer Roman gegen das Schweigen, ein Laserstrahl in die
deutsche Dunkelheit, von einer Autorin, die noch eine Menge zu sagen hat.
Evening Standard
Julia Francks Beschreibung von Elend und Verlust ist
großartig, aber ebenso überzeugend ist ihr Talent, die Wärme des Glücks zu
beschreiben.
The Times
Häufig gestellte Fragen
In den Wochen und Monaten nach der Verleihung des Deutschen
Buchpreises reiste Julia Franck in den vergangenen Jahren durch ganz Deutschland
und ins europäische Ausland. Auf ihren Veranstaltungen bekam sie immer wieder
Fragen von Lesern gestellt. Einige davon möchten wir an dieser Stelle zeigen:
Was bedeutet der Titel »Die Mittagsfrau«?
›Hinter dem Titel steht die Legende aus der Lausitz. Sie
erzählt von einer helllichten, weißen Frauengestalt, die mit der Sichel über
dem Kopf denjenigen erscheint, die über die Mittagszeit arbeiten, und einen
Fluch über sie verhängt. Nur, wenn sie ihr eine volle Stunde von der
Verarbeitung des Flachses erzählen, können sie ihrem Fluch entgehen. Im
Verarbeiten von Flachs steckt für mich das Spinnen einer Textur, das deutlich
macht, wie notwendig das Erzählen, das Weben von Geschichten für das Überleben
ist. »Die Mittagsfrau« ist aber kein mythologischer Roman, insofern sich Helene
diesem Dogma widersetzt und als unbedingten Rückzugsort ihr Schweigen wählt.
Mit ihrer Wortlosigkeit bricht sie sämtliche Beziehungen. Nur ich als
Erzählerin breche das Schweigen und erzähle von ihr.‹
Um Ihre Figur Helene haben Sie eine Mauer des Schweigens gezogen. Was
macht die öffentliche Aufmerksamkeit, das Gespräch, mit Ihrem Buch?
›Das Sprechen ist sinnvoll in einer Gegenwart, in der glücklicherweise
andere Überlebensstrategien als das Verstummen möglich und üblich sind. In
seinem innersten Kern schweigt das Buch ohnehin. Es gibt keine Antwort auf die
moralische Empörung, die man verspürt. Und auch das, was sich beantworten lässt,
weist auf diesen Kern hin.‹
In »Die Mittagsfrau« spannen Sie einen Bogen vom Vorabend des Ersten
Weltkrieges über die 20er Jahre, die Zeit des Nationalsozialismus bis zum Ende
des Zweiten Weltkrieges. Wie viel Recherche haben Sie dafür betreiben müssen?
›Für diesen Roman habe ich sehr lange recherchiert, wobei nur ein
verschwindend geringer Teil davon in das Buch eingeflossen ist. Ich habe vor
allem aus einem Fundus geschöpft, der aus inneren Bildern besteht. Solche
inneren Bilder wachsen in jedem familiären Gedächtnis. Darunter gibt es neben
den Bildern, die wir als Kinder erzählt bekommen auch die, die wir nicht
erzählt bekommen und die trotzdem überliefert werden.‹
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